https://www.aok.de berichtet:
Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland haben im Jahr 2024 ein Defizit von 6,2 Milliarden Euro verzeichnet, was einer starken Zunahme der Ausgaben und einer geringeren Steigerung der Einnahmen entspricht. Die Ausgaben stiegen um 7,8 Prozent, während die Einnahmen nur um 5,3 Prozent zunahmen, was eine erhebliche Kluft zwischen Ein- und Ausgaben schuf[1][3][5]. Die Finanzreserven der Kassen sanken auf 2,1 Milliarden Euro, was weniger als die Hälfte der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve von 0,2 Monatsausgaben beträgt[1][3]. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kritisierte, dass das hohe Defizit nicht nur auf die Inflation zurückzuführen ist, sondern auch auf die mangelnde Modernisierung und Strukturreform des Gesundheitssystems in den vergangenen Legislaturperioden[1][3]. Er forderte tiefgreifende Strukturreformen, eine stärkere Digitalisierung und die Übernahme der Finanzierung versicherungsfremder Leistungen durch Steuermittel[1][3]. Der AOK-Bundesverband mahnte ebenfalls zu einer Rückbesinnung auf Wirtschaftlichkeit und forderte, dass die Kluft zwischen Einnahmen und Ausgaben in der 21. Wahlperiode geschlossen werden müsse. Der Verband hat ein Sofortprogramm zur Stabilisierung der Finanzen von Kranken- und Pflegekassen vorgestellt, das kurzfristig umsetzbare Finanzierungs- und Sparvorschläge in Höhe von bis zu 35 Milliarden Euro enthält[1]. Insgesamt bleibt die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) angespannt, und es wird erwartet, dass die Ausgaben in 2025 um 6,8 Prozent steigen und die Einnahmen nur um 3,7 Prozent zunehmen, was zu einer weiteren Verschärfung der Finanzlage führen wird[5].
Mehr dazu auf: https://www.aok.de Finanzreserven auf Allzeittief – Krankenkassen fordern schnelles Handeln | G+G – AOK