https://www.sueddeutsche.de berichtet:
Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland befinden sich in einer finanziell angespannten Situation. Im Jahr 2024 fehlten den Krankenkassen 5,5 Milliarden Euro, wie der GKV-Spitzenverband schätzt. Dieser Defizit hat sich im Vergleich zu den 20 Milliarden Euro, die die Krankenkassen noch gar nicht lange her hatten, dramatisch verschlechtert. Der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die Krankenkassen damals ermahnt, ihre Reserven abzubauen, da sie nicht als Sparkassen fungieren sollten.
Für 2025 prognostiziert der GKV-Schätzerkreis eine Ausgabensteigerung von 6,8 Prozent, während die Einnahmen nur um 3,7 Prozent zunehmen. Dies führt zu einer geschätzten Finanzierungslücke von 47 Milliarden Euro, die durch höhere Zusatzbeiträge der Krankenkassen geschlossen werden muss. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz wird um 0,8 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent angehoben, was zu einer weiteren Verschärfung der finanziellen Lage der Krankenkassen führt[1][2][3].
Die steigenden Ausgaben sind auf inflationsbedingte Preiserhöhungen und Vergütungszahlungen für medizinisches Personal und medizinische Leistungen zurückzuführen. Darüber hinaus fehlen strukturelle Reformen, die die Kostenentwicklung langfristig dämpfen könnten. Die Politik wird daher aufgefordert, wirksame Strukturreformen durchzuführen und die Finanzierung versicherungsfremder Leistungen vollständig zu übernehmen[1][5].
Die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt im Jahr 2025 von 69.300 Euro auf 73.800 Euro pro Jahr, und die Beitragsbemessungsgrenze von 62.100 Euro auf 66.150 Euro pro Jahr[4]. Diese Anpassungen sollen die Beiträge für Selbstständige mit hohem Einkommen um fast 100 Euro erhöhen. Die finanzielle Situation der Krankenkassen bleibt daher weiterhin angespannt, und die Versicherten müssen tiefer in die Tasche greifen[2][3].
Mehr dazu auf: https://www.sueddeutsche.de Krankenkassen: Teuer und tief im Minus – Politik – SZ.de