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Das Defizit der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) hat sich im 3. Quartal 2024 auf 3,66 Milliarden Euro erhöht, nachdem es im Vorquartal bereits dramatisch gestiegen war. Dieser Anstieg belastet die Beitragszahlenden und zeigt eine zunehmende Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben bei allen Kassenarten. Dr. Ralf Langejürgen, Vorstand des BKK Landesverbandes Bayern, fordert eine Rückkehr zu einer einnahmeorientierten Ausgabenpolitik. Er betont, dass die Belastungsgrenze von Versicherten und Arbeitgebern erreicht ist und dass Regierung und Parlament schnellstmöglich gezielte Strukturreformen und Kosteneinsparungen anstreben müssen. Die GKV ist durch massiven Ausgabenanstieg und akute Nachwirkungen des gesetzlich verordneten Rücklagenabbaus unter Druck geraten. Allein das Defizit im 3. Quartal belastet jeden Versicherten rechnerisch im Durchschnitt mit rund 49 Euro zusätzlich. Im Jahr 2022 konnte die GKV noch ein Plus von gut 385 Millionen Euro ausweisen, seit 2023 bewegen sich die Zahlen jedoch im Minusbereich mit einer von Quartal zu Quartal wachsenden Tendenz. Ursache für diese Entwicklung ist die seit Jahren steigende Belastung der GKV durch ausgabensteigernde Gesetze bei gleichzeitig staatlich verordnetem Vermögensabbau. Diese Entwicklung können die Krankenkassen nur noch über Zusatzbeiträge finanzieren. Selbst branchenübliche Schwankungen auf der Einnahmen- und Ausgabenseite sind für die Krankenkassen mangels Rücklagen immer schwerer zu verkraften. Langejürgen betont, dass die Reserven in der GKV tendieren gegen Null und im Durchschnitt um die Mindestreserve von gerade einmal 20 Prozent einer Monatsausgabe pendeln. Zu allem Überfluss verlagert der Gesetzgeber im zwischenzeitlich verabschiedeten Krankenhausreformgesetz erneut ureigene Aufgaben des Staates auf die Schultern der Beitragszahlenden. Langejürgen kritisiert, dass bei den 25 Milliarden Euro für den sogenannten Transformationsfonds der Bund erneut vor seiner Finanzierungsverantwortung drückt und dass die Praxis der letzten Jahre, Gesundheitsgesetze zu verabschieden, in denen die Kostenverantwortung einfach systemwidrig auf die Solidargemeinschaft der Versicherten abgewälzt wird, dringend beendet werden muss. Der BKK Landesverband Bayern vertritt als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Interessen der Betriebskrankenkassen und ihrer Versicherten in Bayern. Aktuell zählt der BKK Landesverband Bayern 15 Betriebskrankenkassen als Mitglieder mit rund 3,4 Millionen Versicherten und verfügt im Freistaat über einen GKV-Marktanteil von rund 22 Prozent.
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