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Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Das Defizit der GKV betrug im vergangenen Jahr 6,2 Milliarden Euro, mit den Finanzreserven der Krankenkassen, die nur noch 2,1 Milliarden Euro betrugen und damit nicht einmal die Hälfte der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestreserve von 0,2 Monatsausgaben erreichten. Der Gesundheitsfonds verzeichnete ein Defizit von 3,7 Milliarden Euro.
Die Hauptursachen für das Defizit sind die inflationsbedingt hohen Ausgaben für Personal und medizinische Leistungen sowie die mangelnde Modernisierung des Gesundheitssystems in den vergangenen Legislaturperioden. Der Ausgabenanstieg im Krankenhausbereich lag bei fast 9 Prozent, und die Ausgaben für Arzneimittel und ambulante ärztliche Behandlungen stiegen ebenfalls deutlich.
Für 2025 prognostiziert der GKV-Schätzerkreis eine Ausgabensteigerung von 6,8 Prozent, während die Einnahmen nur um 3,7 Prozent zunehmen. Dies würde zu einer geschätzten Finanzierungslücke von 47 Milliarden Euro führen, was einem durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz von 2,5 Prozent entspricht.
In Rheinland-Pfalz ist die Situation der Krankenhäuser besonders prekär. Viele Kliniken verzeichnen hohe Defizite und akuten Fachkräftemangel, was zu Insolvenzen und Schließungen führt. Die Landesregierung stellt zwar 145,5 Millionen Euro für Krankenhäuser bereit, dies reicht jedoch nicht aus, um die Investitionsbedürfnisse zu decken.
Um die Situation zu verbessern, fordert die CDU-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz eine signifikante Erhöhung der Investitionsförderung für Krankenhäuser und die Einführung von Mitteln für Pflegeheime. Sie unterstützt auch die Einführung eines Landespflegewohngelds, um die Belastung für pflegebedürftige Menschen und ihre Familien zu reduzieren.
Zusammengefasst müssen langfristige Lösungsansätze her, um die Finanzierung der Gesundheitsversorgung in Deutschland sicherzustellen. Dazu gehören tiefgreifende Strukturreformen des Gesundheitssystems, eine dynamisierte Finanzierung versicherungsfremder Leistungen und die Stärkung der Pflegeversicherung durch einen Finanzierungsmix aus gesetzlicher Pflegeversicherung, betrieblicher und privater Vorsorge sowie Steuermitteln.
Mehr dazu auf: https://www.tk.de Interview mit Gordon Schnieder | Die Techniker – Presse & Politik