https://www.kreisbote.de berichtet:
Die Pflegefinanzierung in Deutschland befindet sich in einer tiefen Krise. Trotz einer jüngsten Beitragserhöhung warnen Krankenversicherungen vor einer ‚existenziellen Krise‘ der gesetzlichen Pflegeversicherung. Die Hauptgründe sind Preissteigerungen und die zunehmende Zahl von Leistungsbeziehern. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) hat angekündigt, dass die Beitragserhöhung von 2025 bestenfalls die Ausgabensteigerungen dieses Jahr ausgleichen werde, aber das Finanzierungsproblem nicht lösen werde.
Die Pflegeversicherung hat im vergangenen Jahr ein Defizit von über 1,5 Milliarden Euro verzeichnet. Für 2025 wird ein Defizit von etwa 500 Millionen Euro erwartet. Die GKV-Chefin Doris Pfeiffer warnt, dass die Situation sich bereits zuspitzt und einzelne Pflegekassen im Februar Liquiditätshilfe aus einem Ausgleichsfonds benötigen könnten.
Die aktuelle Situation ist so ernst wie noch nie. Die Pflegeversicherung muss immer mehr ältere Menschen versorgen, was die Ausgaben steigert, während die Einnahmen nicht Schritt halten können. Die Bundesregierung wird aufgefordert, Maßnahmen zur finanziellen Stabilisierung zu ergreifen, um eine existenzielle Krise abzuwenden.
Die Politik diskutiert verschiedene Reformpläne, aber die meisten gehen an den Realitäten vorbei. Der GKV-Spitzenverband kritisiert, dass die Bundesregierung einseitig auf Beitragserhöhungen setzt, anstatt Steuermittel zur Stabilisierung der Pflegeversicherung einzusetzen. Die Diakonie Deutschland und andere Organisationen fordern eine grundlegende Pflegereform, die die wesentlichen Pflegekosten übernimmt und ergänzend Steuermittel einsetzt.
Die Debeka Versicherungsgruppe hat eine Umfrage durchgeführt, die zeigt, dass 88,6 Prozent der Deutschen große Zweifel daran haben, dass die gesetzliche Pflegeversicherung eine ausreichende Absicherung im Pflegefall bietet. Die Umfrage fordert eine nachhaltige Reform des Systems, die eine kapitalgedeckte Vorsorge fördert und den Bürgern bessere Möglichkeiten zur Eigenvorsorge bietet.
Insgesamt ist klar, dass die Pflegefinanzierung in Deutschland dringend reformiert werden muss, um die langfristige Stabilität des Systems zu gewährleisten.
Mehr dazu auf: https://www.kreisbote.de Pflegefinanzierung in der Krise: Debeka fordert Reformen für eine nachhaltige Pflegeversicherung