https://www.fr.de berichtet:
Die Krankenkassen in Deutschland warnen vor einer erheblichen Zunahme der Beiträge, die für die Versicherten und Arbeitgeber eine erhebliche Belastung darstellen wird. Die Einnahmen und Ausgaben der Krankenkassen driften immer weiter auseinander, was zu einer Finanzierungslücke von 13,8 Milliarden Euro führt. Dieser Betrag muss durch höhere Zusatzbeiträge der Krankenkassen geschlossen werden, die voraussichtlich um durchschnittlich 0,8 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent steigen werden.
Die Ausgaben der Krankenkassen stiegen im Jahr 2024 um 9,5 Prozent, während die Einnahmen nur um fünf Prozent zunahmen. Die Krankenkassen verfügen im Durchschnitt nur noch über Rücklagen für zwei bis drei Tage, was ihre Planungssicherheit erheblich einschränkt. Besonders der Krankenhausbereich ist stark betroffen, da die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen zwischen 2019 und 2023 um 17 Prozent gestiegen sind.
Expertengruppen wie der Schätzerkreis und der Hauptgeschäftsführer der Verbände vbw, Bertram Brossardt, fordern dringend Reformen, um die Ausgaben zu senken und die Mittel effizienter zu nutzen. Der BKK-Chef Ralf Langejürgen betont, dass die Politik dringend handeln muss, um die finanzielle Schieflage der Krankenkassen zu beheben und die Gesundheitsversorgung zu sichern.
Die Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) widerspricht jedoch der Einschätzung, dass Krankenhäuser Kostentreiber der Gesundheitsausgaben sind. Stattdessen warnen sie vor dem Zusammenbruch des Gesundheitssystems, da jedes sechste Krankenhaus des Deutschen Roten Kreuzes aufgrund finanzieller Schwierigkeiten insolvent ist.
Insgesamt drohen steigende Krankenkassenbeiträge und eine erhebliche finanzielle Belastung für die Beitragszahler, die nur durch umfassende Reformen und effizientere Mittelverwendung abgemildert werden können.
Mehr dazu auf: https://www.fr.de Krankenkassenbeiträge: Beitragsexplosion zu erwarten – „finanzielle Hiobsbotschaften“